Die Ausrüstung der Templerbrüder im Kampf

(Seite ist noch im Aufbau und nicht komplett! Fotos folgen!)

 

Dank einiger recht guter Abbildungen (z. B. in der Templerkirche in Cressac) sowie den detaillierten Ausführungen in der Templerregel kann man heute sehr gut nachvollziehen, welche Arten von Rüstung und Bewaffung es im Orden gegeben hat. Auch geben andere zeitgenössische Quellen Hinweise auf das Aussehen der Ausrüstung.

Bei den folgenden Ausführungen muss man bedenken, dass eine vollständige Rüstung mit Gambeson-Kettenhemd-Beinschutz etc. nicht immer selbstverständlich war. War beispielsweise kein Gambeson vorhanden, trug man eben den Ringelpanzer auf dem Unterkleid. Umgekehrt konnte sicher auch nicht jeder ein Kettenhemd sein eigen nennen... Auch sind die Übergänge zwischen beispielsweise verschiedenen Helmformen fließend.

Plattenrüstungen bzw. Platten-Teil-Rüstungen kann man zur Zeit der Templer fast völlig ausklammern. Vollplattenrüstungen kamen erst lange nach Auflösung des Ordens auf und selbst Plattenteile wie Knie- oder Schulterkacheln höchstens in den letzten Jahren des Bestehens.

 

Kleiderfolge

Leibrock (s. "zivile Bekleidung) und Bruch mit Beinlingen  - Gambeson/Aketon sowie Polsterhaube - Kettenhemd/Ringelpanzer mit Kettenhaube und Fäustlingen - Kettenbeinlinge - Waffenrock - Helm

 

Der Gambeson/Aketon

Hier handelt es sich um ein gepolstertes Untergewand. Ein Kettenhemd schützt zwar recht gut vor Schnitten und Stichen, bietet aber stumpfen Schlägen ungehinderten Durchlass (und in der Zeit der Templer war das Schwert eher eine Schlag-, denn eine Stichwaffe!). Um diese abzubremsen wurde gewöhnlich ein Polsterrock, der Aketon, unter der Rüstung getragen. Der Gambeson ist eine stärker gepolsterte Variante und kann auch als alleinige Rüstung zum Einsatz kommen. Unter dem Kettenhemd bietet der dünnere Aketon die vielleicht bessere Alternative, da die Bewegungsfreiheit nicht so stark eingeschränkt wird.

Leider gibt es keinerlei textile Funde zu diesem Kleidungsstück, daher ist man auf Abbildungen und praktische Versuche/Überlegungen angewiesen. Diese Röcke bestanden vermutlich aus einer Innen- und Außenlage grobem Leinen. Das Polstermaterial dazwischen könnte aus mehreren Lagen Stoff, Rosshaar, Wolle, Hanf o.ä. bestanden haben. Die Lagen wurden mit Längsnähten (nicht im Rautenmuster!) mit Steppstichen vernäht. Gestopfte Röhren, wie manchmal angenommen wird, sind aus praktischen Gründen eher unwahrscheinlich.

Der Schnitt entspricht im Wesentlichem dem einer Cotta (knie- bis wadenlang, lange Ärmel, Reitschlitze), ein Stehkragen ist sinnvoll.

Der Aufbau einer Polsterhaube dürfte ähnlich gewesen sein, der Schnitt entspricht dem einer Bundhaube.

 

Kettenhemd/Ringelpanzer

Fast durch die gesamte Zeit des Ordens bestanden Ringelpanzer, Kettenhaube sowie Handschuhe aus einem Stück, sprich, Haube und Fäustlinge waren fest mit dem Körperpanzer verbunden. Erst gegen Ende des Ordens kamen auch separate Kettenhauben in Gebrauch (heutzutage kann man das ganz gut "faken", in dem man den Haubenkragen unter dem Waffenrock verschwinden lässt).

Kettenhandschuhe wurden vorwiegend von den Ritterbrüdern getragen, die Ordensregel erwähnt ausdrücklich für Sergeanten Hemden ohne Handschuhe. Dies hat wohl praktische Gründe: Sergeanten hatten keine Knappen und alleine sind die Handschuhe nicht anzuziehen; außerdem waren Sergeanten häufig mit Armbrust und Bogen ausgerüstet, beides lässt sich mit Kettenhandschuh nicht handhaben.

Kettenbeinlinge waren eher den Berittenen vorbehalten (man kann damit wirklich nicht gut laufen...) und hierbei vornehmlich den Ritterbrüdern.

 

Helm

Grundsätzlich in Frage kommen (in der Reihenfolge ihrer Entwicklung):

Nasalhelm (Normannenhelm): einfacher Helm mit konischem Kopfteil und Nasenschutz. Er fand von der Wikingerzeit bis weit ins Ho-MA Verwendung und ist sowohl vom Pferd als auch zu Fuß tauglich (siehe Abbildung unten).

Kalotte: eine Art "Zwischenform" in der Entwicklung vom Nasalhelm zum Topfhelm; der untere Teil des Gesichtes wird durch einen Kinn- und Nasenschutz bedeckt, aber der Hinterkopf und die Seiten bleiben weiterhin frei.

Topfhelm: geschlossener Helm mit zwei schmalen Sehschlitzen. In der Praxis dürfte er ausschließlich bei Reitern zum Einsatz gekommen sein, zu Fuß ist er praktisch unbrauchbar, da das Sichtfeld sehr stark eingeschränkt ist. Unter dem Topfhelm wurde zustätzliche eine sog. "Hirnhaube" getragen. Zusätzlich kamen auch Bundhauben mit einem Wulst rund um den Kopf zum Einsatz, um eine bessere Passform zu gewährleisten.

Eisenhut: beliebter Kopfschutz für Fußtruppen; großes Sichtfeld. Durch die "Krempe" bietet der Eisenhut guten Schutz vor Schlägen von oben und gewährleistet außerdem große Bewegungsfreiheit, beispiesweise für Bogenschützen u. ä. (sieht man häufig bei Sergeanten)

Völlig außen vor bleiben müssen alle Helme mit klappbarem Visier, Hundsgugel, Schaller, Helme mit Kopfzier o.ä.!!!

 

Sporen

Typisch für die Zeit der Templer waren Dornsporen, vereinzelt dürften etwa ab Mitte des 13. Jd. auch schon Rädchensporen benutzt worden sein (allerdings ist die Fundlage für Radsporen eher dürftig).

In diesem Kontext sind Sporen nicht als Symbol (wie beim Ritterschlag beispielsweise) zu sehen, sondern lediglich als zweckgebundenes Ausrüstungsteil bei Reitern!

 

Der Waffenrock

Wichtig! Der Waffenrock wurde grundsätzlich nur zur Rüstung getragen, niemals im zivilen Kontext!

In der Anfangszeit des Ordens ähnelte der Waffenrock mehr einer Kutte, die mit Reitschlitzen versehen war und besaß lange Ärmel sowie eine Kapuze. Später (etwa Mitte des 13. Jhd.) verschwanden Ärmel und Kapuze und es blieb lediglich ein knielanger "Überwurf". Der Schnitt ist denkbar einfach und besteht im Prinzip aus zwei zusammengenähten Rechtecken mit eingearbeitetem Halsausschnitt. Der Waffenrock ist gewöhnlich an den Seiten zugenäht, es gibt aber auch Abbildungen mit einer Schnürung an dieser Stelle. Bei der seitlich geschlossenen Variante empfielt sich der Einsatz von Gehren, um die nötige Bewegungsfreiheit zu gewährleisten. Vorne und hinten muss sich zwingend ein Reitschlitz befinden, andernfalls kommt man nicht auf's Pferd (und gescheit laufen kann man auch nicht ).

 

Hier ein schönes Beispiel für einen seitlich geschnürten Waffenrock.

 

Der Waffenrock der Ritterbrüder war weiß, das Tatzenkreuz befand sich nur auf der Vorderseite (normalerweise mittig platziert, aber auch über dem Herzen).

Die Waffenröcke der Dienenden Brüder waren schwarz bzw. dunkelbraun mit einem Kreuz auf Brust und Rücken.

Die Kreuze sollten dabei eine moderate Größe haben, bei manchen Waffenröcken sieht man Kreuze, die weit unter den Gürtel reichen. Dies sollte möglichst vermieden werden, etwa zwei handbreit reichen völlig aus.

Was die Form des Kreuzes angeht, so gibt es zwei Varianten: einmal ein einfaches Balkenkreuz mit geraden Enden und dann natürlich das typische Tatzenkreuz. Die Kreuzbalken beim Tatzenkreuz waren aber relativ schmal und auch die Spitzen eher dezent gehalten.  Für andere Kreuzformen, beispielsweise an der Spitze gespaltene Balken (Johanniter hatten diese Kreuzform, manchmal sieht man sie in der MA-Szene auch im Templerkontext) sind nicht belegbar.

 

Ordensmantel zur Rüstung?

Zum Aussehen des Ordensmantels siehe unter "Zivile Bekleidung".

Hier streiten sich nun die Gelehrten... Wurde der Ordensmantel außerhalb des Ordenshauses getragen (beispielsweise im Kampf) oder nicht?!

Die Quellenlage ist in diesem Fall leider sehr dünn und man muss sich auf Spekulationen einlassen. Nach meinem Dafürhalten handelt es sich bei dem Ordensmantel, dem "Habit", um ein rein innerhalb des Ordenshauses verwendetes Kleidungsstück. Zum einen wegen seines hohen Symbolgehaltes (den Mantel zu verlieren kam einer Katastrophe gleich!), zum anderen, weil es weitaus praktischere Kleidungsstücke für unliebsame Bedingungen (Regen, Kälte etc.) gibt (beispielsweise Cappa oder Garnache). Andererseits könnte ein dünner Radmantel in der sengenden Sonne des Orientes gute Dienste geleistet haben...

In der Reenactment-Szene sieht man häufig gerüstete Ordensleute mit dem Ordensmantel. Sicherlich spielen hier rein praktische Gründe eine große Rolle, im Winter ist so ein Mantel schon sehr dienlich. Außerdem steigert er den Wiedererkennungswert beim Publikum enorm und gut aussehen tut es allemal   (bitte nicht bierernst nehmen!).

 

In welcher Weise man diese Problematik in der Darstellung handhabt, bleibt wohl letztendlich jedem selber überlassen...