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Aufstieg und Fall eines legendären Ordens
 

 (Text Dirk Eckardt / Heidi Witt)

 
 
 

 

Wie alles begann

Wir schreiben das Jahr 1120. Während des ersten Kreuzzuges gelang es den Christen nach langen Kämpfen Jerusalem aus der Hand der Moslems zu befreien. Nachdem diese Mission erfüllt war, begab sich ein Großteil der Ritter auf den Heimweg. Das neu gegründete Königreich war zwar nicht schutzlos, es gab jedoch nicht genügend Ritter, um alle Pilgerwege zu schützen. Nach wie vor trafen viele Pilger im Heiligen Land ein. Und mehr denn je wurden sie von herumziehenden Horden gleich welcher Religion überfallen, beraubt und umgebracht (Nach dem die Christen ein wahres Blutbad bei der Eroberung von Jerusalem angerichtet hatten, waren die Moslems verständlicherweise leicht gereizt). Hilfe war dringend nötig.

Unter Führung der französischen Adligen Hugo de Payens und Gottfried de Saint-Omer fanden sich in Jerusalem eine Handvoll französischer Ritter zusammen, die sich den Schutz der Pilger zur Aufgabe machten. Sie beschlossen, fürderhin als Mönche zu leben, wollten aber "nebenbei" weiterhin kämpfen.

Der Herrscher des Königreichs Jerusalem, Balduin I, war von der Idee sehr angetan und so gewährte er den Rittern ein Quartier im Tempel Salomons (die heutige Al-Aqsa-Moschee). Um die Gründung des Ordens zu legitimieren war die Erlaubnis des Papstes nötig, der dieser Idee anfangs etwas skeptisch gegenüber stand. Jedoch fanden die "Armen Ritter Christi" bald einen bedeutenden Beführworter: niemand Geringeres als der schon damals legendäre Bernard von Clairvaux entwickelte sich zu einem leidenschaftlichen Führsprecher (er war später auch in großem Maße beim Erstellen der Templerregel behilflich).

So kam es zur Ordensgründung nach Vorbild der Zisterzienser mit einem straffen Regelwerk (siehe unter "Ordensregel"). Der Orden der Tempelritter war entstanden und er sollte der mächtigste christliche Ritterorden der Menschheitsgeschichte werden. Fortan nannte sich der Zusammenschluss der Kreuzfahrer „Arme Ritterschaft Christi vom Salomonischen Tempel zu Jerusalem".

Die Ordensgründer Hugo de Payens und Gottfried de Saint-Omer (links)  bei König Balduin II von Jerusalem

(Darstellung aus dem 13. Jhd.)

 

 

Mönchsritter?

So paradox es klingen mag, die Templer waren Mönche und Ritter zugleich! Eine bis dahin nie dagewesene und undenkbare Kombination. Die Menschen des Mittelalters hatten klare Strukturen, die sich in den Ständen wiederspiegelte. Ein Wechseln zwischen den Ständen war nicht vorgesehen und eine Vermischung schon gar nicht. Man gehörte entweder dem Stand der Betenden an oder dem der Kämpfenden (Ritter und Adel), aber nicht beidem! Allerdings sollte diese neue Mischung schon bald Schule machen.

Die Gründer des Ordens waren Ritter (im Sinne von echten Berufssoldaten), die aber gleichzeitig Gott dienen wollten. Ihr Ziel war es, den Ritterstand und das Mönchsleben miteinander zu verbinden und so entstand eine bis dahin einzigartige Verbindung: die Mönchsritter. Die Templer waren einerseits Mönche, die Gehorsam, Keuschheit und Armut gelobten; zum anderen blieben sie Krieger und kämpften für ihren Gott und dessen Anhänger. Das strenge, mönchische Leben war ein wichtiger Teil der Ordensregeln. Tägliche Stundengebete und Messen waren ebenso an der Tagesordnung, wie auch die gewissenhafte Pflege der Waffen, der Pferde und der ordenseigenen Güter. Die Brüder durften nur die Dinge ihr Eigen nennen, die ihnen der Orden zur Verfügung stellte, persönlichen Besitz gab es nicht. Erwähnenswert ist dabei, dass nur die qualitativ besten Rüstungsteile, Waffen und Pferde zum Einsatz kamen, oftmals aus ordenseigener Produktion im Abendland.

Drakonische Strafen drohten jedem Bruder, der die Ordensregeln nicht beherzigte. Der "Verlust des Mantels" bedeutete als höchste Bestrafung den Ausschluß aus der Bruderschaft.

Der Orden gewann in den Folgejahren rasch an Ansehen und die Zahl der Mitglieder wuchs stetig an. Lockte doch die Vergebung aller Sünden demjenigen, der sich dem Orden verpflichtete. Leider zog dieser "Köder" auch einige nicht so "reine Geister" an, was in der Folgezeit ab und an zu Problemen führen sollte...

Nach dem Vorbild der Templer gründeten sich bald weitere Ritterorden. Die ersten, die dem Beispiel folgten, waren die Johanniter (später Maltheser), mit schwarzem Waffenrock und weißem Kreuz. Den Orden gab es zwar schon früher, aber er hatte sich bislang außschließlich der Krankenpfege gewidmet. Erst nach Gründung des Templerorden griffen auch die Johanniter diese Idee )und damit den Kampf) auf.

Später folgte der Deutsche Orden (weißer Waffenrock, schwarzes Kreuz), dessen Aktivitäten sich hauptsächlich auf Osteuropa ersteckten, sowie diverse kleinere Orden nach gleichem Muster.

Obwohl die Templer häufig mit anderen Ritterorden gemeinsam in die Schlacht zogen, waren sie sich nicht unbedingt immer wohlgesonnen. Es kam sogar zu einer offenen Feldschlacht zwischen Templern und Johannitern im Heiligen Land!

Eine interessante Geschichte weist der Orden der Lazarener (schwarzer Waffenrock, grünes Kreuz) auf. Seine Mitglieder rekrutierten sich aus den Reihen der Leprakranken. Auch unheilbar erkankte Brüder aus anderen Ritterorden wurden hier aufgenommen. Die Brüder wollten lieber mit der Waffe in der Hand auf dem Schlachtfeld sterben, als langsam an Lepra dahin siechen. Dementsprechend unerschrocken war ihr Auftreten in der Schlacht und das Entsetzen in den Reihen der Feinde war groß!

 

 

Man organisiert sich

An der Spitze des Ordens stand der sog. Großmeister, ein gewählter „Oberbefehlshaber“. Ihm folgte als sein Vertreter der Seneschall. Komture verwalteten die einzelnen Niederlassungen. Im Kriegsfall stellte der Marshall die höchste Autorität dar. Der Orden war sehr straff organisiert und es gab strenge Hirarchien und viele kleine und größere Ämter. Hier alle Würdenträger im einzelnen aufzuführen würde zu weit gehen.

Der Orden unterstand allein dem Papst. Nur ihm und allein seiner Gerichtsbarkeit waren die Templer unterstellt, kein König oder Fürst konnte ihnen Weisungen erteilen. Auch waren die Templer von der Zahlung des Zehnt befreit (was nicht überall zu Begeisterung geführt haben dürfte). Im Gegenteil, sie hatten sogar das Recht, selber den Zehnt zu kassieren!

 

Wer von Adel war und den Ritterschlag erhalten hatte, wurde als „Ordensritter“ aufgenommen und erhielt die typischen weißen Gewänder mit dem roten Tatzenkreuz. Das Weiß symbolisiert hier die Reinheit/Unschuld des Geistes. Ritter hatten das Recht auf 3 Pferde (Streitross, Reitpferd und Packtier) sowie einen Knappen.

Nicht-adeligen Anwärtern oder Adeligen ohne Ritterschlag war diese Ehre verwehrt. Sie wurden als „Sergeanten“, sog. "Dienende Brüder" aufgenommen und bekamen schwarze oder braune Gewänder. Die Sergeanten waren ähnlich ausgerüstet wie die Ritter, hatten aber nur ein Pferd, keine Knappen und waren häufig leichter bewaffnet. Es gab auch nicht-kämpfende Sergeanten, sie verrichteten alle anfallenden Arbeiten in den Ordenshäusern, sei es als Handwerker oder in der Verwaltung.

Für den Kampf wurden zusätzlich sog. „Turkopolen“ rekrutiert, Kämpfer aus der orientalischen Bevölkerung, die den Orden in der Schlacht unterstützen, aber nicht als Brüder aufgenommen wurden. Sie kämpften auf "Türkenart", d. h. sie waren leicht gepanzert und kämpfen großteils mit Pfeil und Bogen als kleine Angriffstruppen (nach Partisanenart), auch aus dem Hinterhalt.

 

Ein Noviziat gab es nach bisherigen Erkenntnissen nicht. Da der Orden jederzeit über eine genügende Anzahl Krieger verfügen musste, wurden wohl ausschließlich kampffähige Männer aufgenommen. Ebenso war die "Oblatur der Kinder", also die Übergabe eines Kindes als "Geschenk" an den Orden, verboten. Aber so ganz genau hat man es mit dieser Regel zumindest zeitweise nicht genommen...

Darüber hinaus gab es in den Ordenshäusern auch weltliche Knappen und weiteres Dienstpersonal, die ebenfalls nicht dem Orden angehörten. Nicht zu vergessen die Kapläne, die Geistlichen, die ein hohes Ansehen genossen.

 

 

Sieg und Niederlage

Im Kampf auf den Kreuzzügen taten sich die Templer bald als tatkräftige Truppe hervor, die in vorderster Linie des Kreuzritterheeres gegen die muslimischen Sarazenen anstürmten. Die Templer führten auch einen geordneten Angriff ein, sie ritten stets in geschlossenen Reihen und schweigend dem Feind entgegen. Der Bannerträger trug dabei, stets erhoben, das schwarz-weiße Kriegsbanner der Templer. Das sog. "Beaucent" war im oberen Teil schwarz, der untere Teil war weiß. Es symbolisierte mit der schwarzen Farbe die todesverachtende Kampfeslust gegen die Feinde, und mit der weißen Farbe die lammfromme Brüderlichkeit innerhalb des Ordens und gegenüber Freunden. Schnell wurden die gut organisierten Reiterheere zum gefürchteten Gegner und es sprach sich bald herum, dass ein Templer eher sterben, als sich ergeben würde. Auf vielen Schlachtfeldern Europas in der Zeit ab etwa 1200 erschienen Templer als schlagkräftige, besoldete Unterstützung der königlichen Heere.

Geriet ein Templerbruder in Gefangenschaft, bedeutete dies gemeinhin sein Ende. Die Gegner fanden schnell heraus, das ein gefangender Templer eine unpraktische Sache war. Lösegeld konnte man nicht mit ihm erpressen, den die Templer zahlten kein Lösegeld. Einmal zog ein gefangender Großmeister es vor zu verhungern, statt sich loskaufen zu lassen. Auch als Sklaven waren die störrischen Gesellen nicht zu gebrauchen, waren sie doch zu stolz für jede erzwungende Arbeit. Und so verlor mancher Bruder, der die Schlacht überlebt hatte, hinterher doch noch den Kopf (im wahrsten Sinne des Wortes).

Anführer hingegen lies man häufig auch einfach wieder laufen statt sie hinzurichten. Da die Anführer nach dem Tod des Vorgängers sofort durch ein neues Oberhaupt ersetzt wurden, war es, pragmatisch betrachtet, völlig unnötig, den Gefangenen zu töten...

 

 

 

 

Jahre der Blüte

Im Laufe der Jahre wuchs der Orden stetig an. Von Jerusalem ausgehend, erstreckte sich bald über große Teile Europas ein Netz von Niederlassungen der Templer, meist im Abstand einer Tagesreise. Diese sog. Komtureien waren Häuser, Höfe oder ganze Siedlungen, die maßgeblich den Reichtum des Templerordens erwirtschafteten.

Viele Gönner vermachten ihre Güter dem Orden, um sich, zumindest teilweise, von ihren Sünden reinzuwaschen. Auch ging beim Eintritt eines Ritters in den Orden sein Besitz auf den Orden über.

Außerdem führten die Templer einen Vorläufer des bargeldlosen Zahlungsverkehrs ein: Ein Betrag, beispielsweise in Paris eingezahlt, wurde dem Pilger nach Ankunft im Heiligen Land wieder ausbezahlt. Natürlich gegen Gebühr, versteht sich. So war eine gefahrlose Reise, ohne viel Geld mitzuführen, für jedermann möglich.

So kam es im Laufe der Jahre zu einem recht ansehnlichen Besitz des Ordens. Natürlich verschlang der Krieg im Heiligen Land auch Unsummen, schließlich mussten alle die Männer ausgerüstet und versorgt werden. Dennoch kann man ohne Übertreibung behaupten, der Templerorden war der reichste und einflußreichste Orden seiner Zeit. Natürlich rief diese Tatsache auch den ein oder anderen Neider auf den Plan...

 

 

Das Unheil nimmt seinen Lauf...

Nach langen Jahren des Kampfes fiel im Jahre 1244 Jerusalem endgültig zurück in die Hand der Muslime. Als letzte Bastion mussten die Kreuzfahrer 1291 die Hafenstadt Akkon aufgeben und der Traum vom Königreich Jerusalem war ausgeträumt. Dieser Verlust des heiligen Landes besiegelte auch den allmählichen Untergang der Templer.

Nach einem "Zwischenstopp" in Zypern zogen sich die Templer nach Europa zurück. Durch den Verlust von Outremer war dem Orden die Hauptaufgabe, der Schutz der Pilger in diesem Teil der Welt, entzogen worden. Sie hatten somit ein Beschäftigungsproblem. Gleichzeitig wurde der Orden reicher, da die immensen Ausgaben im Heiligen Land entfielen, die Einnahmen aber weiter flossen. Und nicht zuletzt war es diese Tatsache, die ihren Untergang besiegelte.

Im Jahre 1307 ließ der französische König Philipp IV, genannt „Der Schöne“, an einem Freitag, dem 13. Oktober landesweit fast alle Templer verhaften. Es war eine unglaublich gut geplante Aktion, dass muss der Neid dem König lassen. Will man diese Aktion mit heutigen Gegebenheiten vergleichen, so war das so, als würde der Präsident der Vereinigten Staaten auf einen Streich das komplette CIA verhaften lassen!

Die Anklage lautete auf Götzenverehrung, Sodomie (hier gleichzusetzen mit Homosexualität) und die Verleugnung Jesu. Damals waren das "Standartanklagen", die immer dann auf den Plan kamen, wenn man jemanden etwas anhängen wollte und keine brauchbaren Beweise an der Hand hatte. Die wahren Beweggründe des Königs waren dagegen recht einfacher Natur: Philipp war nicht nur hoch verschuldet bei den Templern, auch bei seinem Streben nach größerer Macht und Einfluss war ihm der Orden im Wege (nach wie vor war der Templerorden der mächtigste und reichste Orden Europas).

Allein der damalige Papst, Clemens V., hätte die Macht gehabt, die Templer zu schützen. Aber Philipps Intrigen hatte der schwache Papst nichts entgegen zu setzen. Die Papstresidenz befand sich zu dieser Zeit in Avignon und nicht in Rom, womit Phillip den Papst sehr gut im Auge hatte. Und nachdem Phillip gedroht hatte, den Papst selbst der Ketzerei zu beschuldigen, sollte er die Templer weiterhin unterstützen,  spielte Clemens das üble Spiel des Königs notgedrungen mit.

Phillip forderte die umliegende Herrscherhäuser außerhalb Frankreichs auf, es ihm gleich zu tun. Aber nicht überall stieß er auf Begeisterung. In Deutschland gab es fast keine Festnahmen und auch der König von Spanien sträubte sich lange, dem Beispiel seines französischen Kollegen zu folgen. In Portugal hatten die Templer einen großen Gönner im König gefunden und dieser gewährte ihnen uneingeschränkten Schutz. Der Schwerpunkt der Verhaftungen lag definitiv in Frankreich.

Die inhaftierten Templer wurden gefoltert, um die Anklagen zu bestätigen. Viele gestanden, aber viele erwiesen sich auch als sehr resistent und renitend und blieben dabei, dass sie sich nichts haben zuschulden kommen lassen. Einige landeten auf den Scheiterhaufen, andere beendeten ihr Leben im Kerker.

Obwohl die Anschuldigungen letztendlich nicht haltbar waren, wurde der Orden am 3. April 1312 offiziell aufgelöst. Man war der Meinung, der Ruf des Ordens hätte durch die Prozesse derartigen Schaden genommen, dass eine Weiterführung nicht tragbar wäre.

Der Orden war aufgelöst, aber der letzte Großmeister saß immer noch im Kerker. Jacques de Molay kommt in dieser Geschichte die Rolle des "tragischen Helden" zu. Er war sicher nicht der beste Großmeister, den der Orden gehabt hat: er war nicht sehr gebildet, hatte ein Talent für falsche Entscheidungen und lies es an Voraussicht für drohendes Unheil fehlen. Eingeschüchtert durch die Kerkerhaft und Folter gestand der Großmeister in allen Anklagepunkten und entging so (vorerst) dem Scheiterhaufen. Aber letztenendes besann er sich doch noch auf den Ehrenkodex seines verlorenen Ordens und zeigte wahre Größe: er widerrief seine Aussagen und bestand darauf, der Orden habe sicher keiner der ihm zur Last gelegten Vergehen schuldig gemacht. Damit unterschieb er sein Todesurteil, denn für "Rückfällige" gab es kein Erbarmen.

Am 18. März 1314 wurde der letzte Großmeister des Templerordens, Jaques de Molay, zusammen mit dem Präzeptor Geofroy de Charnay auf der Seineinsel in Paris verbrannt. Heute ist eine Gedenktafel am Ort des Scheiterhaufens angebracht (rechtes Bild).

 

                                                                      

 

Es heißt, Molay habe auf dem Scheiterhaufen dem König und den Papst geweissagt, sie würden binnen Jahresfrist vor ihren Schöpfer treten. Und tatsächlich erlag der König innerhalb dieser Frist einem Jagdunfall und auch der Papst verpasste seinen Termin nicht. (Allerdings handelt es sich hier  um eine reine Legende, belegbar ist diese Aussage Molay's nicht)

 

Aber nicht alle Templer fielen König Phillip zum Opfer. Überlebende konnten teilweise in Nachbarländer fliehen, wo sie Asyl fanden. Viele Brüder traten anderen Orden bei, einige bezogen nachweislich sogar Rente. Der König von Portugal war den Templern sehr wohl gesonnen und stellte die Brüder unter seinen persönlichen Schutz. Hier kam es nach der Auflösung des Ordens zu einer Neugründung, dem Christusorden, dem die Templer beitraten. Sogar das Tatzenkreuz blieb erhalten, es bekam lediglich ein weißes Kreuz innerhalb des roten Kreuzes hinzugefügt (zum Zeichen der Reinheit und Unschuld!).

Die beschlagnahmten Güter des Ordens gingen an die französische Krone und später an den Johanniterorden über.

 

 

Nachtrag

Lange Zeit war man der Meinung, Papst Clemens V. hätte damals freudig das böse Spiel Phillip IV. mitgespielt. Vor einigen Jahren wurde im Vatikanischen Geheimarchiv jedoch ein Schriftstück gefunden, dass diese Meinung eindeutlich widerlegt. Das Schreiben stammt aus der Feder Clemens V. höchstselbst und er stellt sich darin eindeutig auf die Seite der Templer! Aber, wie oben schon angeführt, er hatte Phillip nichts entgegen zu setzen...

Inzwischen hat der Vatikan offiziell Stellung zu den damaligen Vorfällen bezogen. Die Kirche, genauer gesagt Papst Johannes Paul II., hat sich für ihr damaliges Verhalten entschuldigt und der Orden der Templer wurde, sozusagen „posthum“, von allen Vorwürfen frei gesprochen!

 

 

Die wichtigsten Daten in Kurzform

-          1099 Erster Kreuzzug und Eroberung Jerusalems

-          Um 1120 Gründung des Ordens

-          1129 Konzil von Troyes; offizielle Ordensgründung und Niederlegung der ersten Ordensregel

-          1147 Erlaubnis zum dauerhaften Tragen des roten Tatzenkreuzes an die Templer

-          1147 – 1149 Zweiter Kreuzzug

-          1187 Schlacht bei Hattin, Fall von Jerusalem und Akkon. Fast das gesamte christliche Heer ist vernichtet, bis auf wenige Orte verlassen die Christen das hl. Land.

-          1189 – 1192 Dritter Kreuzzug; wichtige Küstenstädte werden zurückerobert

-          1191 Rückeroberung von Akkon; die Stadt wird neues Hauptquartier der Templer

-          1229 Rückerhalt von Jerusalem durch Verhandlungen zwischen Friedrich II und Al-Kamil

-          1244 endgültiger Verlust Jerusalems

-          1291 Fall von Akkon; das Hl. Land ist endgültig für die Christen verloren

-          13.10.1307 Verhaftung der Templer in Frankreich durch Philipp IV.

-          22.03.1312 Konziel von Vienne; Auflösung des Ordens durch Papst Clemens V.

-          02.05.1312 Übereignung der Ordensgüter an die Johanniter

-          18.03.1314 Der letzte Großmeister des Ordens, Jaques de Molay, stirbt in Paris auf dem Scheiterhaufen