"Am Ende meines Lebens angekommen..."
Ein Johanniterbruder erzählt aus seinem bewegten Leben.
 

Die Antwort auf die Frage: "Lebten im Krak de Chevalier auch Templer?"

Nachdem die Burg den Johannitern übergeben wurde, lebten dort auch Templer. Allerdings zur Untermiete. Ihre Aufgabe bestand darin, die Wege um die Burg im Winter frei von Schnee zu halten. Zwei Templer schoben einen Dritten an den Beinen umher, der wiederum einen Schild in den Händen hielt. Noch heute heißt es deswegen "Räumschild".

 

Neulich im Hospitaliterkonvent:
 
“Bruder Michael, hast du Bruder Remigius gesehen?”
“Ja, Meister, der ist im Skriptorium.”
“Ah, sehr schön! Kopiert er endlich die Evangelisten?”
“Nein, Meister, er ergänzt die Ordensregel...”
 
“Die Schwestern sollen sich in allem den Brüdern unterordnen und es an Demut nicht fehlen lassen. Äußeres Zeichen der Demut soll ihre einfach und bescheidene Kleidung sein. Keine Schwester soll Kleidung tragen für die mehr als eine Elle Stoff hergenommen werden muß. Dies ist von den Brüdern zu kontrollieren. Sich in üppige hoffärtige Gewänder zu hüllen sei ihnen fern.”
 
 
 
Neulich auf der Straße von Akkon nach Jerusalem:
 
Wir, also einige Johanniterbrüder und ich, kamen da durch ein Dorf, dessen Namen mit nicht bekannt ist.
Ein einheimischer Handwerker, der uns sah, hielt uns im Vorbeigehen einen sehr schönen, offenbar von ihm gefertigten Kupferkessel entgegen. Seine Sprache verstand ich nicht, aber auf meine Frage, ob er diesen Kessel den Brüdern vom Hospital des Hl. Johannes in Jerusalem schenken wolle, kam ein weiterer Wortschwall u. er gestikulierte wild mit den Fingern. Nun wie du weißt ist das Motto unseres Ordens “wir nehmen erst mal, das Weitere findet sich” und “Was wir haben, behalten wir auch”. Ich deutete also seine Rede als Zustimmung, ich nahm ihm den Kessel ab u. wir marschierten weiter. Er rief darauf noch lauer hinter uns her u. warf die Arme in die Höhe. Das deuteten wir alle als Ausdruck aufrichtiger Freude, den frommen Brüdern ein Geschenk machen zu dürfen. Ein wirklich sehr großzügiger Mensch. Noch als wir schon das Dorf verlassen hatten, hörte man seine Freudenschreie.