Warnung! Zart beseitete Leser mögen sich bitte einer anderen Lektüre zuwenden!

 

Übersicht über das komplette Instrumentarium

 

Links Instrumente zur Trepanation (Schädelöffnung), mittig Aderlass-Besteck sowie diverse Salbendöschen u.ä.

 

Nahtmaterial, diverse Zangen und Scheren sowie Amputationswerkzeug.

 

Die "Praxis" von Bruder Remigus zeigt u. a.:

Rechts einige Skalpelle, eine Tafel zur Harnschau sowie ganz links Instrumente zur Schädelöffnung.

 

 

Hier sieht man vorwiegend Amputationswerkzeug mit Knochensägen und Kautereisen.

 

 

Hiermit hat alles angefangen: ein kleines chirurgisches Besteck, handgeschmiedet.

Von Links nach Rechts:

Skalpell, kleine Knochensäge, Bolzensonde, 2 Wundhaken, Spatel, Knochenheber, Sonde oder Dorn, kleiner Schädelbohrer


 Pfeilsonde zum Herausziehen einer festsitzenden Pfeilspitze

 

 

Verletzungen mit schweren Knochenbrüchen oder Zertrümmerung von Gliedmaßen machten eine Amputation häufig unumgänglich. Verfügte der Feldscher oder Bader über keine ordentliche Ausbildung, hackte man das Körperteil schlichtweg ab, was zu schwersten Komplikationen führen konnte.

Eleganter war die folgende Methode: zuerst wurde das Fleisch mit einem speziellen Amputationsmesser durchtrennt, anschließend sägte man den Knochen mit einer Säge durch. Das Ergebenis war ein (relativ) sauberer Schnitt mit wesentlich besseren Heilungschancen.

 

Zwei Amputationsmesser (Nachbauten nach historischen Vorlagen)

 (Verwirklicht hat diese Idee auf wundervolle Weise Michael Schönfeld, seines Zeichens Hobby-Messermacher, Michael.S.der@web.de,.

Meinen herzlichen Dank noch einmal an dieser Stelle!!!  )

 

Hier eine große Knochensäge (mit Maßband zum Vergleich).

Natürlich ist dies keine originale Knochensäge. Ursprünglich stammt diese Säge aus dem Kanton Wallis in der Schweiz und war eine Baumsäge.

Aber im "Casting" um die Rolle der Knochensäge war sie einfach nicht zu schlagen!

 

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 Die gängige Lehrmeinung dieser Zeit war, dass  ein "Ungleichgewicht der Säfte" (4-Säfte Lehre nach Galen) für viele Krankheiten verantwortlich war. Je nach Art der Krankheit musste dem Körper also die krankmachende Substanz entzogen werden (beispielsweise Blut) um eine Heilung zu erwirken.

 

Eine sehr beliebte Technik des Mittelalters in diesem Zusammenhang war der Aderlass. Er fand wirklich zu jeder noch so unmöglichen Gelegenheit Anwendung.

Leider hat diese Praxis auch manchen Patienten das Leben gekostet, statt es zu retten (auch wenn der Aderlass bis heute bei einigen Krankheiten durchaus sehr hilfreich und heilend sein kann!).

Eine kleine Geschiche aus dem Kuriositätenkabinett: Hatte ein Patient eine blutende Wunde, konnte auch hier ein Aderlass Abhilfe schaffen! Logisch, entnimmt man einem bereits stark blutenden Menschen durch einen Aderlass noch mehr Lebenssaft, hört die Wunde notgedrungen auf zu bluten, da kein Blut mehr im Patienten ist (markaber, aber tatsächlich so passiert!).

 

Zur Durchführung des Aderlasses nutzte man im Hochmittelalter sog. "Flieten", die mittels eines Hämmerchens in die Venen "geschlagen" wurden. Hier zwei solche Exemplare, zusammen mit einer Blutauffangschale arabischen Ursprungs.

 

Alternativ konnen auch kleine Messerchen Verwendung finden, beispielsweise ähnlich den unten gezeigten.

Diese kleinen Messerchen dürften auch sonst vielseitig einsetzbar sein, beispielsweise beim Herausschneiden von Pfeilspitzen o.ä.

 

 

Eine weitere Möglichkeit, überschüssiges Blut los zu werden, war (und ist) das Anlegen von Butegeln.

Auch bei Entzündungen oder Blutergüssen konnten (und können auch heute noch!) mit dieser Therapie gute Erfolge verzeichnet werden.

(Bei den hier gezeigten Blutegeln handelt es sich übrigens nicht um lebende Exemplare, es sind Nachbauten aus Kunststoff.)

 

-Fortsetzung folgt-